Die Idee

Im Winter 2007 war da erst nur eine Idee und eine paar Skizzen. Dann wurde mit der Werft die Umsetz­bar­keit besprochen und erste Ent­würfe ange­fer­tigt. Eine stimmungs­volle Illus­tra­tion (Willner-Design) sorgte dann bei Banken, Spon­soren und Kun­den für Laune. Und be­reits im Au­gust 2008 traf das fertige Party­floß in Stutt­gart ein, nach nur 4 Mona­ten Bau­zeit.

Heute ist das Party­floß eine eta­blier­te Party­location in Stuttgart. Gleich­zeitig dient es der Ent­span­nung an frischer Luft, als Trans­port­mittel zu den Sehens­würdig­keiten der Region und als „Plattform“ für Meetings und Präsen­ta­tio­nen.

Wie kommt Stuttgart zu einem Party­floß?

Hierzu ein kurzes Inter­view mit Wolf­gang Thie, dem Neckar-Käpt'n und seiner Frau Susanne.

Herr Thie, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Floß am Neckar zu stationieren?

Wolfgang Thie:
„Ehrlich gesagt wollten wir endlich ein Fahr­gast­schiff ein­setzen können, auf dem mehr als 100 Per­sonen auf einer Ebene bequem Platz finden. Es schweb­te uns auch seit langem ein Fahr­zeug vor, das ohne Anlege­piers aus­kommen kann, um einmal mitten im Fluss still zu liegen.“

Warum gerade ein Floß?

Wolfgang Thie:
„Ich stamme aus einer Schiffer­fami­lie. Meine Eltern und Groß­el­tern kannten noch die Zeiten, in den Schiffe auf den Flüssen getrei­delt, gestakt und gese­gelt wurden, später dann von Schleppern zu Berg ge­schleppt wurden. Die Tra­di­tionen gehen aber noch weiter zurück auf die Zeiten der Flö­ßerei. Diesen Tradi­tio­nen und der Bedeu­tung des Neckars als Wasser­straße wollen wir mit unserem Floß ein Denk­mal setzen.“

Gab es denn auf dem Neckar überhaupt Flöße?

Wolfgang Thie:
„O ja. Die Flößerei als Holz­transport­mittel gibt es schon ewig. Wege und Straßen waren in Deutsch­land im ganzen Mittel­alter und bis ins 19. Jahr­hun­dert hinein sehr schlecht. Der Holz­trans­port zu Lande war über lange Strecken un­mög­lich. Dichte Bevöl­ke­rung, hoher Holz­ver­brauch als Brenn­stoff und der auf­kommende Schiff­bau ver­lang­ten nach immer größeren Mengen Holz, das aus den Berg­regio­nen heran­ge­schafft werden musste. Im 19. Jahr­hun­dert sorgte die Indus­triali­sierung dafür, dass noch mehr Holz benö­tigt wurde. Ende des 19. Jahr­hun­derts über­nahm die Eisen­bahn diese Trans­porte nach und nach. Wäh­rend 1869 noch 118 Flöße mit Weich­holz und 46 Flöße mit Hart­holz an Mühl­hausen vorbei fuhren, waren es 1892 nur noch 16 Flöße pro Jahr. Schließ­lich trans­por­tierte 1899 das letzte Floß der Region Stutt­gart seine Ware auf dem Neckar.“

Aber Sie wollen doch sicher nicht Holz trans­por­tieren? Was wollen Sie Ihren Gästen auf dem Floß bieten?

Susanne Thie:
”Heute wird das Floß auf dem Neckar nur zur Ver­gnügungs­fahrten genutzt und natür­lich, um uns die reiche Geschich­te der Flöße­rei von Früher und dieses Kultur­gut wenigs­tens zum Teil vor Augen zu führen. Wagen Sie einmal einen Sprung durch die Jahre und erle­ben Sie die Lebens­freude und Spannung zwischen Geschichte und Gegen­wart, die Ihnen eine Floß­fahrt nahe bringen kann.“